Archive from September, 2012
Sep 25, 2012 - Allgemein    3 Comments

Regen und Kolibris

Freitag, 21.9.2012: Jetzt ist es das erste Mal passiert! Es hat geregnet. Nur eine halbe Stunde – und wie!! Monatelang gab es hier Trockenheit. Nun fließen hier die Sturzbäche.

Aber am nächsten Tag schon wieder blauer Himmel – wie immer – und es ist heiß und hell in der Sonne.

Das ist die eine Neuigkeit.

 

Die andere Neuigkeit: Die Kolibris tun uns so Leid, weil es wegen der Hitze so wenig Blüten gibt. Daher haben wir eine Vogeltränke gekauft und aufgehängt.

Mit Erfolg noch am gleichen Abend! Es ist so schön zu beobachten, wie sie sich einzeln oder zu zweit nähern und trinken.

 

Samstag Vormittag, 22.9., als ich eigentlich UV machen wollte, gab es genau die schöne Ablenkung: Kolibris beobachten von der Terrasse aus!

Und plötzlich taucht auch noch über unserem Haus und der Urbanisation, in der wir wohnen, ein Schwarm Mauersegler auf.

In meinem kleinen Vogelbuch – von meinen lieben Kolleginnen zum Abschied bekommen – steht´s: „White-collared Swift“. Von allen 15 verschiedenen Sorten ist dies die Größte. Sehr schön und beeindruckend wie sie segeln – und so viele. Ein Geschenk!

 

Sonntag, 23.9., Ausflug zum Zoo Quitos, eigentlich eine halbe Stunde weit außerhalb in Guayllabamba. Auf dem Hinweg fahren wir über Land, auf dem Rückweg über Quito zurück – um die Strecken besser kennen zu lernen. Ein ausgesprochen netter Zoo – ohne die „Big Five“ – aber mit einzigartigen Schildkröten. Was für eine Überraschung. Erst dachte ich da liegen Steine. Viele Grüße an Mecki, die Schildkröte unserer Parzellennachbarin Ursula. Ich schicke mal ein Bild mit, Sabine, okay? Einfach toll.

Montag, 24.9., Komme gerade wieder vom Elternabend 2. und 3.Klassen!

Das schreib ich nur, damit ihr wisst, dass ich nicht nur Vögel beobachte.

Alles ganz normal. Ein paar mehr Väter dabei als bei uns üblich. Bis dann.

Sep 17, 2012 - Allgemein    No Comments

Nach zwei Wochen Unterricht

Jetzt wurde etwas länger nichts in das Reisetagebuch eingetragen, doch nun bin ich wieder bereit.

Das lag daran, dass ich schließlich ein bisschen viel um die Ohren hatte – wie ALLE, die mit dem neuen Schuljahr, egal wo auf der Welt, in der Schule begonnen haben, nicht wahr?

„Ich glaube erst, dass alles geklappt hat, wenn ich meine erste Stunde unterrichtet habe.“

An dem Glaubenssatz hatte ich mich festgehalten!!  Nun ist es also tatsächlich so weit gekommen.

Ich habe sogar eine Woche, nein inzwischen zwei Wochen Unterricht hinter mir.

In  den 1., 2. und 5.Klassen. Eine 3. Klasse sollte ich auch unterrichten, aber nun mache ich eine dreimonatige Vertretung für eine Kollegin im Mutterschutz in einer weiteren 2. Klasse.

Also, es macht Spaß, und auch hier sind die Kinder sehr liebenswert (und gleichzeitig sagen wir mal mitunter speziell).

Mir hilft es natürlich sehr, dass ich schon Spanisch gelernt habe, z.B. ein Spiel erklären kann oder eine Aufgabe, ein Kind trösten, das seinen Badeanzug vergessen hat, ein Anderes weil es den zugewiesenen Schulbus nicht findet, zwei beruhigen, weil sie sich ärgern – auch wenn ich nicht immer verstehe, worum es geht – aber ich kann´s mir ja denken….naja usw…

Jedes zweite Wort ist „chevere“.  Das ist der Ausdruck für toll, super, usw…

 

„Aktuell“ gibt es mehrere neue Sachen zu berichten:

Quito, Chiche, Fußball, Auto, El Quinche, Sangolqui.

29.8.2012 Quito

Nach Schulschluss fahren wir, die Neuankömmlinge des CAQ aus Kindergarten, Primaria und  Sekundaria mit dem Schulbus und einem erfahrenen Kollegen, der uns alles erklären und zeigen wird, nach Quito. Es dauert, es ist viel Verkehr, wir kommen schließlich an. In der Calle La Ronda gehen wir essen, typische Landeskost, anschließend gibt es eine kleine Führung durch die Altstadt. Interessant ist u.a., dass es kaum die üblichen fliegenden Händler mit ihren  „Naranjas – un Dollar, Naranjas un Dollar…”-Rufen gibt. Hier in der Altstadt wurde extra für sie ein „Centro Comercial“ ohne Standgebühren eingerichtet. Außerdem gibt es keine Ladenketten wie sonst üblich „Douglas“ oder was auch immer. Dadurch bleibt der Altstadtcharakter erhalten, es gibt  wenig Gefahren für Touristen, und das ist gut, denn es ist immer was los und es passiert noch genug.

 

1.9.2012 Chiche

Eine Kollegin und ein Kollege (Ehepaar plus Kind) fragen uns, ob wir Lust haben mit ihnen am Samstag an der Schlucht „Chiche“ entlang zu wandern – nicht weit von uns entfernt ist ein Zugang, ein schöner Wanderweg und zur Belohnung ein Restaurant mit leckerer Pizza!

 

 

 

 

 

Es ist so trocken, weil es seit Monaten nicht mehr geregnet hat. Überall besteht Brandgefahr.

Wir haben schon viele Brände gesehen.

 

 

 

7.9.2012 Atahualpa-Estadio Quito

Tatsächlich: ein Fußballländerspiel Ecuador gegen Bolivien.

Ein Kollege wohnt in Quito in der Nähe mit Blick auf das Stadion. Von ihm aus gehen wir „rüber“ und es ist spannend, wie alles so läuft. Mich interessiert vor allem das Gesamtereignis. Die Fußballkenner erleben ein schwaches Spiel. 34000 Zuschauer, fast alle haben Trikots an. Durch die Reihen ziehen Brote, Mais, Getränke anbietende Verkäuferinnen.

Ecuador gewinnt 1:0 mit einem Elfmetertor.

 

8.9. und 11.9.2012, Chevrolet Grand Vitara

Ein für die Kopienerstellung des Kollegiums Angestellter  der Schule verkauft privat ab und zu Gebrauchtwagen. Rainer kriegt den Tipp. Unser RAV 4 soll ja doch erst Ende November oder Dezember kommen. Okay. Wir kriegen ein Auto, einen Chevrolet-Jeep, zur Probefahrt über das Wochenende.

Wir fahren damit zur Schule, zum Einkaufen und nach „El Quinche“. Dort entdecken wir vor der Ortskirche einen beeindruckenden Markt. Was gibt es alles zu sehen! U.a.: Zwei Wellensittiche weissagen, indem sie das passende Kärtchen picken.

Am 9.9.2012 treffen wir uns mit einem auch neuen Kollegen, der mutiger Weise mit Frau und 3 Kindern hierher gezogen ist, auf dem Markt in Tumbaco.

Alle Einkäufe kommen in den Jeep, und zu uns nach Tumbaco geht’s, zum Kaffeetrinken und Eis essen. Übrigens: Philip hat heute Geburtstag. 30! Wir skypen.

 

Am 11.9. kaufen wir das Auto! 10 Jahre alt, 155000 gelaufen. Aber es gefällt uns gut. Angenommen wir brauchen es nachher nicht mehr, wenn das Andere eintrifft, verkaufen wir es eben wieder. Autos sind hier schon sehr teuer. (Wir haben mehr bezahlt als du für unseren 2 Jahre alten Yaris, Nicole !  )

 

16.9.2012 Sangolqui

Wir dachten, der Markt in El Quinche wäre groß gewesen. Nichts da. Sangolqui ist durch seine Vielfalt und Größe noch beeindruckender. Und im Gegensatz zu „Otavalo“ ganz anders, nämlich alltäglich und gar nicht touristisch. Wir kaufen alle Arten von Gemüse für eine große Suppe, die Rainer ja immer kocht – und wir essen im Gewimmel  „Hornado“-gebackenes süßlich gewürztes Schweinefleisch mit gelbem Kartoffelbrei, „Llapingachos“-kleine Käsegefüllte Kartoffelpuffer, und dazu etwas Salat und immer Ahi, eine scharfe Gewürzsauce.

 

 

 

 

Das sind soweit unsere Erlebnisse im Umkreis.

In der Schule gab es ein Konzert dreier Schul-Chöre.

Immer ist irgendetwas los und wir leben uns ein bisschen ein.

Heute war es das erste Mal, seit wir hier sind, bewölkt. Alle sehnen Regen herbei. Wenn ich die vielen Brände sehe, wünsche ich es auch.

 

Jetzt ist erst mal wieder Schule angesagt.

Mal sehen, wann ich mehr berichte.

Ich danke für euer Interesse und bitte um Geduld und Nachsicht.

HASTA LUEGO.