Sep 17, 2012 - Allgemein    No Comments

Nach zwei Wochen Unterricht

Jetzt wurde etwas länger nichts in das Reisetagebuch eingetragen, doch nun bin ich wieder bereit.

Das lag daran, dass ich schließlich ein bisschen viel um die Ohren hatte – wie ALLE, die mit dem neuen Schuljahr, egal wo auf der Welt, in der Schule begonnen haben, nicht wahr?

„Ich glaube erst, dass alles geklappt hat, wenn ich meine erste Stunde unterrichtet habe.“

An dem Glaubenssatz hatte ich mich festgehalten!!  Nun ist es also tatsächlich so weit gekommen.

Ich habe sogar eine Woche, nein inzwischen zwei Wochen Unterricht hinter mir.

In  den 1., 2. und 5.Klassen. Eine 3. Klasse sollte ich auch unterrichten, aber nun mache ich eine dreimonatige Vertretung für eine Kollegin im Mutterschutz in einer weiteren 2. Klasse.

Also, es macht Spaß, und auch hier sind die Kinder sehr liebenswert (und gleichzeitig sagen wir mal mitunter speziell).

Mir hilft es natürlich sehr, dass ich schon Spanisch gelernt habe, z.B. ein Spiel erklären kann oder eine Aufgabe, ein Kind trösten, das seinen Badeanzug vergessen hat, ein Anderes weil es den zugewiesenen Schulbus nicht findet, zwei beruhigen, weil sie sich ärgern – auch wenn ich nicht immer verstehe, worum es geht – aber ich kann´s mir ja denken….naja usw…

Jedes zweite Wort ist „chevere“.  Das ist der Ausdruck für toll, super, usw…

 

„Aktuell“ gibt es mehrere neue Sachen zu berichten:

Quito, Chiche, Fußball, Auto, El Quinche, Sangolqui.

29.8.2012 Quito

Nach Schulschluss fahren wir, die Neuankömmlinge des CAQ aus Kindergarten, Primaria und  Sekundaria mit dem Schulbus und einem erfahrenen Kollegen, der uns alles erklären und zeigen wird, nach Quito. Es dauert, es ist viel Verkehr, wir kommen schließlich an. In der Calle La Ronda gehen wir essen, typische Landeskost, anschließend gibt es eine kleine Führung durch die Altstadt. Interessant ist u.a., dass es kaum die üblichen fliegenden Händler mit ihren  „Naranjas – un Dollar, Naranjas un Dollar…”-Rufen gibt. Hier in der Altstadt wurde extra für sie ein „Centro Comercial“ ohne Standgebühren eingerichtet. Außerdem gibt es keine Ladenketten wie sonst üblich „Douglas“ oder was auch immer. Dadurch bleibt der Altstadtcharakter erhalten, es gibt  wenig Gefahren für Touristen, und das ist gut, denn es ist immer was los und es passiert noch genug.

 

1.9.2012 Chiche

Eine Kollegin und ein Kollege (Ehepaar plus Kind) fragen uns, ob wir Lust haben mit ihnen am Samstag an der Schlucht „Chiche“ entlang zu wandern – nicht weit von uns entfernt ist ein Zugang, ein schöner Wanderweg und zur Belohnung ein Restaurant mit leckerer Pizza!

 

 

 

 

 

Es ist so trocken, weil es seit Monaten nicht mehr geregnet hat. Überall besteht Brandgefahr.

Wir haben schon viele Brände gesehen.

 

 

 

7.9.2012 Atahualpa-Estadio Quito

Tatsächlich: ein Fußballländerspiel Ecuador gegen Bolivien.

Ein Kollege wohnt in Quito in der Nähe mit Blick auf das Stadion. Von ihm aus gehen wir „rüber“ und es ist spannend, wie alles so läuft. Mich interessiert vor allem das Gesamtereignis. Die Fußballkenner erleben ein schwaches Spiel. 34000 Zuschauer, fast alle haben Trikots an. Durch die Reihen ziehen Brote, Mais, Getränke anbietende Verkäuferinnen.

Ecuador gewinnt 1:0 mit einem Elfmetertor.

 

8.9. und 11.9.2012, Chevrolet Grand Vitara

Ein für die Kopienerstellung des Kollegiums Angestellter  der Schule verkauft privat ab und zu Gebrauchtwagen. Rainer kriegt den Tipp. Unser RAV 4 soll ja doch erst Ende November oder Dezember kommen. Okay. Wir kriegen ein Auto, einen Chevrolet-Jeep, zur Probefahrt über das Wochenende.

Wir fahren damit zur Schule, zum Einkaufen und nach „El Quinche“. Dort entdecken wir vor der Ortskirche einen beeindruckenden Markt. Was gibt es alles zu sehen! U.a.: Zwei Wellensittiche weissagen, indem sie das passende Kärtchen picken.

Am 9.9.2012 treffen wir uns mit einem auch neuen Kollegen, der mutiger Weise mit Frau und 3 Kindern hierher gezogen ist, auf dem Markt in Tumbaco.

Alle Einkäufe kommen in den Jeep, und zu uns nach Tumbaco geht’s, zum Kaffeetrinken und Eis essen. Übrigens: Philip hat heute Geburtstag. 30! Wir skypen.

 

Am 11.9. kaufen wir das Auto! 10 Jahre alt, 155000 gelaufen. Aber es gefällt uns gut. Angenommen wir brauchen es nachher nicht mehr, wenn das Andere eintrifft, verkaufen wir es eben wieder. Autos sind hier schon sehr teuer. (Wir haben mehr bezahlt als du für unseren 2 Jahre alten Yaris, Nicole !  )

 

16.9.2012 Sangolqui

Wir dachten, der Markt in El Quinche wäre groß gewesen. Nichts da. Sangolqui ist durch seine Vielfalt und Größe noch beeindruckender. Und im Gegensatz zu „Otavalo“ ganz anders, nämlich alltäglich und gar nicht touristisch. Wir kaufen alle Arten von Gemüse für eine große Suppe, die Rainer ja immer kocht – und wir essen im Gewimmel  „Hornado“-gebackenes süßlich gewürztes Schweinefleisch mit gelbem Kartoffelbrei, „Llapingachos“-kleine Käsegefüllte Kartoffelpuffer, und dazu etwas Salat und immer Ahi, eine scharfe Gewürzsauce.

 

 

 

 

Das sind soweit unsere Erlebnisse im Umkreis.

In der Schule gab es ein Konzert dreier Schul-Chöre.

Immer ist irgendetwas los und wir leben uns ein bisschen ein.

Heute war es das erste Mal, seit wir hier sind, bewölkt. Alle sehnen Regen herbei. Wenn ich die vielen Brände sehe, wünsche ich es auch.

 

Jetzt ist erst mal wieder Schule angesagt.

Mal sehen, wann ich mehr berichte.

Ich danke für euer Interesse und bitte um Geduld und Nachsicht.

HASTA LUEGO.

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