Jul 27, 2013 - Allgemein    No Comments

Sommerferien Teil I: Süd-Ecuador und mehr…unsere Ferienreise 7.7. – 24.7.2013

Sommerferien 2013 – ein bisschen viel Text… aber wer Interesse hat, kann es überfliegen, oder?

Sonntag, 7.7.2013

Es geht Richtung Süden über die Panamericana Sur.

Wir haben uns als erste Station die Kraterlagune „Quilotoa“ vorgenommen.

Wir biegen in Latacunga rechts ab und landen in Pujilí, wo Sonntags ein großer Markt stattfindet. Und Sonntag ist unser erster Reisetag. Der Markt ist riesig, nicht-touristisch, eine unglaubliche Fülle verschiedener Dinge und Lebensmittel. Wir essen eine „Pata de Res“-Suppe und eine „Caldo de Carne“. Wir trauen uns. Und es geht uns gut danach.

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Wir kaufen mir einen ortstypischen traditionellen  Samtfaltenrock, und uns noch Schokolade, die eigentlich für die Herstellung von Kakao gut sein soll.  Aber wir stellen fest, dass sie auch so genießbar ist.

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Nach Pujilí fahren wir am Canyon des Río Toachi entlang durch das Dorf Zumbahua hindurch, danach am Krater Quilotoa  vorbei in Richtung Chugchilán. Was für eine Fahrt! Ca.20 km schlängelt sich ein Weg an Abgründen entlang durch das Gebirge.

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Im kleinen Ort Chugchilan findet auf der Plaza ein Fest mit Musik und Tanz statt. Schließlich kommen wir bei „Mama Hilda“ an, ein „Hostal“ inklusive Frühstück und Abendessen.

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Unsere Cabana ist einfach, Mama Hilda und ihr Mann Don Hanibal sind ausgesprochen freundlich, schon fast 90 Jahre alt, das Essen typisch ecuadorianisch einfach, aber lecker.

Montag, 8.7.2013

Die Kraterlagune von Quilotoa ist unglaublich schön.

Sehr sehr anstrengend zunächst einmal der Weg dahin: Da die Straße, die wir gestern noch fuhren, gebaut, ausgebaut oder verbessert wird, ist sie plötzlich gesperrt, und wir müssen unheimlich unüberschaubare Sanddünen und Berge überqueren.  Weiß man, ob die Piste nicht plötzlich stoppt und wir einen Abhang hinunterrutschen? Aber es geht alles gut aus.  Zufällig treffen wir Don Hanibal, der uns entgegenkommt an einer Stelle, wo wir nicht wissen, ob es nach rechts oder links geht.

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Angekommen, klettern wir den Krater 400 m hinab, mit Wanderstöcken. Was für eine Schönheit. Unten entscheiden wir uns nach einer Pause eine halbe Stunde zu paddeln. Anschließend reiten wir auf Mauleseln wieder nach oben. Ohne die Maultiere wäre es ganz schön schwierig gewesen. Danke an die Lasttiere.

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Als wir nach Chugchilán zurückfahren wollen, heißt es, die Straße ist jetzt ganz gesperrt, vielleicht für eine Stunde? Also fahren wir nach Zumbahua und gucken uns um. In dem verschlafenen Nest gibt es einen Hutladen. Das finde ich toll. Der Hutmacher ebenfalls. So ein Spaß. Die richtige Größe zu finden ist schwer. Alle finden einen braunen Hut besser passend zu mir als einen schwarzen. Zum Schluss wird noch eine Pfauenfeder befestigt.

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Wir finden ein Café, der Cappuccino schmeckt sogar, wir fahren zurück, wollen wieder zu Mama Hilda, aber die Straße ist immer noch gesperrt. Noch 2 Stunden länger. Hier kann man „paciencia“ lernen. Zum Glück müssen wir nicht wieder über alle Sandpisten, anstrengend ist es jedoch auch – diese seitlichen Abgründe. Aber Rainer bringt uns sicher ans Ziel.

Dienstag, 9.7.2013

Wir beschließen für heute nur eine kleine Wanderung. Es wird eine Große mit heftigen Auf- und Abstiegen. Hinterher sind wir stolz, dass wir es geschafft haben. Die Landschaft ist großartig. Alles findet bei ca. 3200 Höhenmetern statt.

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Nachmittags gehen wir einmal kurz ins Dorf. Ich setze meinen Hut auf und ziehe den Rock an. Alle strahlen und grüßen freundlich. Qué chevere. Vor allem Mama Hilda plus Mann sind begeistert.

Bisher haben wir in der kurzen Zeit 2 Dänen, eine Chinesin,2 Kanadier,2 Amerikanerinnen, einen Kolumbianer und eine Ecuadorianerin kennengelernt. Morgen geht es weiter. Rainer soll ich jetzt alles vorlesen. Damit er labern kann. Nein, es macht Spaß, man kann Kleinigkeiten noch einmal Revue passieren lassen.

Ehrlich gesagt ist es hier a…kalt. Zum Glück haben wir in der Nacht drei Wolldecken über uns.

 

Mittwoch, 10.7.2013

Abschied von Mama Hilda und Señor Hanibal.

Wir fahren Richtung Latacunga über Saquisilí. Unterwegs nehmen wir eine sehr alte Tramperin mit. Der erste Teil der Fahrt ist wieder bildhübsch. Dann (nach zwei Stunden) hört es nicht auf mit der Kurverei. Sind wir überhaupt noch richtig? Ja. Bei Ambato stellen wir fest, dass das Wetter immer schlechter wird. Bei Riobamba sieht man nur noch Wolken und die Laune sinkt. Schließlich sind wir hier, um den Chimborazo zu entdecken. Den Tungarahua sehen wir wohl nie! Zum Glück finden wir gut zum Rincon Aleman, unserer Unterkunft.

 

Die Stimmung steigt wieder als wir in die Stadt gehen. Wir entdecken einen typisch städtischen Markt. Es gibt sogar eine Ecke mit ecuadorianischer Kleidung. Ich habe Lust, sie aus- bzw. anzuprobieren und freue mich riesig über Rock, Bluse, Stoffgürtel und Schultertuch. Rainer entdeckt für sich einen Gürtel.

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Aber dann kommt´s!  Beim Bahnhof, sagt Rainer: Mach mal die Augen zu. Er dreht mich. Augen auf – erst sehe ich nichts – und DANN sehe auch ich den Chimborazo! Toll sieht es aus. Unsere Stimmung ist nun perfekt. Ein Stück weiter entdecken wir dann noch den Tungurahua. Wir dachten schon, er zeigt sich nie – nach zwei Versuchen in Baños.

Chimborazo im Bahnhof entdeckt P1010643

In unserer Unterkunft gibt es dann Modenschau.

Donnerstag, 11.7.

Es ist wieder bedeckt. Also fahren wir erst nach Guamote,  40 km südlich von Riobamba.

In Guamote findet donnerstags ein Indiomarkt statt.

Selten habe ich so etwas Schönes gesehen.

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Es ist wirklich Südamerika wie im Bilderbuch. Die Landbevölkerung verkauft alle ihre Waren auf dem Markt, die Männer tragen Ponchos,  die Frauen bunte Tücher, mehrere übereinander, und bunte Röcke und immer Hüte. Schweine, einzelne oder zwei/drei, liegen bei ihren Besitzern zum Verkauf angeboten, Schafe auch, oder ein Kalb. Und viele strahlen mich an, weil ich einen Hut trage.

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Gegen 13.00 Uhr fahren wir zum Chimborazo, mit 6310m der höchste Berg Ecuadors. Wir haben wirklich Glück, er zeigt sich in seiner vollen Schönheit. Wir fahren hoch bis zur Schutzhütte auf 4800 und wandern dann selbst bis 5000! Juchhu. Wir schaffen es. Und so tragen wir es auch ins Buch ein.

Freitag, 12.7.2013

Heute entspannen wir, lesen endlich mal viel, am Nachmittag gucken wir uns noch einmal Riobamba an.

 

Samstag, 13.7.2013

Wir fahren nach Cuenca, es dauert länger als erwartet. Plötzlich haben wir doch schnell unsere Unterkunft mitten in der Stadt gefunden: Casa Ordonez. Unglaublich toll! Sog. Patrizierhaus, Zimmer zum Innenhof gelegen sehr still.

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Cuenca ist wirklich was Besonderes. Märkte, Kirchen, Plazas, Geschäfte noch und nöcher. Abends entdecken wir die Kneipe Barrenca und danach ein Lokal mit Livemusik, wo wir aber leider nur kurz reingucken, weil wir schon satt sind und auch schon genug getrunken haben.

Sonntag, 14.7.2013

Wir machen einen Ausflug nach Gualaceo und nach Chordelec. In Gualeceo findet ein Markt statt, alle kleinen Geschäfte in den Straßen haben geöffnet, zwei Sträßchen sind nur Schuhläden gewidmet. Wir gehen in mindestens zehn rein, armer Rainer. Super interessant finde ich immer wieder, wie die Frauen gekleidet sind. In jeder Landesregion ist es etwas unterschiedlich. Hier tragen sie weiße Hüte, ähnlich den Panamahüten, und ausgestellte bunte Röcke  mit Verzierungen am Saum. Die Wolljäckchen sind ebenso verziert wie die bunten Tücher darüber. Traumhaft.  Chordelec  ist die Silberstadt. Auch wieder ein Geschäft neben dem anderen, wieder komme ich nicht umhin in mindestens 10 reinzugehen. Die Sachen sind alle ziemlich ähnlich, filigran, aber auch „Geschmacksache“. Zum Schluss freue ich mich über zwei kleine Armreifen.

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Montag, 15.7.2013

Wir genießen Cuenca mit Shopping, Kaffeetrinken, Essengehen…eben Sommerferien!

Dienstag, 16.7.2013

Wir fahren nach Vilcabamba weiter in den Süden, 40km südlich von Loja. Im Tal der Langlebigen oder der Hundertjährigen, bei ca.1500 m Höhe nur, ist das Klima mild, allerdings zurzeit sehr windig. Die Natur ist auch hier wunderschön.

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Im Ort sehen wir allerdings keine Hundertjährigen, sondern um die/den „Plaza“ herum eher mehr Altausgeflippte Touries und andere merkwürdige Typen. Egal, die Suppe Azteca schmeckt lecker.

Wir lernen ein Hamburger Ehepaar, Kristina und Jens, kennen, die mit einem umgebauten Laster Südamerika bereisen, sie Tischlerin, er Zimmermann. Sie haben in Deutschland alle Brücken abgebrochen und probieren ein neues Leben aus.

Mittwoch, 17.7.2013

Heute baden wir im Mini-Pool, quatschen lange mit den neuen Bekannten, sind faul, wandern ein bisschen und das war´s auch schon. Das Essen in unserer Lodge Izhcayluma schmeckt übrigens perfekt.

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Donnerstag, 18.7.2013

Wir suchen einen Eingang zum Bergnebelwald-Reserva „Tapichalca“.

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Eigentlich wollen wir nur 50 km fahren, es werden aber doch 70. Die Fahrt ist abenteuerlich, leider letztlich erfolglos. Wir kehren um.

Zum Glück ist unsere Unterkunft so toll, und das Essen, vor allem mein Salatteller, köstlich.

Freitag, 19.7.2013

Wir verabschieden uns von den Bekannten, suchen einen merkwürdigen einsamen und trostlosen  Zoo auf, und fahren nochmal 15 km in die Berge, damit Rainer filmen kann. Mehr war eigentlich nicht.

Samstag, 20.7.2013

Vor dem Frühstück ins kleine kalte Minipool, noch ein kleines Instrument aus Kürbis und Holz und einen Ledergürtel für Rainer kaufen – und dann beginnt die lange Fahrt.

Bis Loja und Zamora gehts, bis Zumbi auch noch. Dann wird’s ungewiss. Wir haben die Reisebeschreibung abfotografiert auf dem Handy, zum Glück. Jetzt gibt es nur noch Schotterpiste. Die Gegend ist wunderhübsch. Wenn wir mal nicht orientiert sind, fragen wir. Auf diese Weise nehmen wir nacheinander zwei Tramper mit. Unterwegs haben ein paar Bauarbeiter, die wir bei unserer Bananenpause treffen, einen frisch gefundenen und gefangenen Kaiman bei sich. Sie fragen uns, ob wir ihn kaufen wollen!!

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Nach zweieinhalb Stunden Gurkerei, Rainer hat genug Kurven gesehen, kommen wir an, gegen vier.

Das tolle ist, dass wir gleich nach unserer Ankunft schon viele viele bunte Tangaras („tanager“ auf Englisch) beobachten können. Soo hübsch! Der schönste schillernde Vogel heißt „tangara paraíso“. Wenn man ihn sieht, weiß man, warum er so heißt!

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Sonntag, 21.7.2013

Wir frühstücken um 7.00 Uhr – mit den  bunten Tangaras.

Gut eine Stunde später steigen wir ins Boot, den Nangaritza hoch, am Shaime vorbei, eine kleine nette Schlucht wird „Salto del Tigre“ genannt. Nach 1,5 Stunden treffen wir bei einem weiteren Nebenfluss auf „Agua Negra“. Wirklich zwei verschiedene Wasserfarben treffen aufeinander. Die Sonne hat mittlerweile die Wolkendecke durchbrochen, Carlos, der Lodge-Dueno und Bootsführer hält an, und wir können herrlich baden.

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Die Rückfahrt ist wunderbar, mit Sonnenschein,  teilweise treiben wir  zurück – ohne Motorkrach. Zwei hiesige Eisvögel – martín pescador – sehen wir, sonst nur Schwalben und Bachstelzen.

Nachmittags geht’s noch ca. 5km weiter die Straße entlang, um noch mehr Vögel zu entdecken.

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Am Abend sind wir ganz alleine, und wir genießen die Regenwald „Stille“ mit Mondaufgang und den herzallerliebsten  Lichtlein der Glühwürmchen.

Montag, 22.7.2013

Wir fahren mit dem Auto noch ein bisschen tiefer in den Süden, und dort gehen wir mehr als zwei Stunden spazieren. So schön ist die Landschaft. Sogar beobachten wir in der Ferne mindestens 50 Loros auf ihrem Flug irgendwohin. Ansonsten gibt es so viele Vögel, einzelne, kleine, immer wieder. Nur leider ist der Tukan heute nicht zu entdecken. Ich glaube, wenn man irgendwo bliebe, sähe man alles, was das Vogelherz begehrt. Es kommt für uns ein richtiges Sommerferiengefühl auf.

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Am Nachmittag wandere ich mit der Tochter Clara der Yankuam-Angestellten-Familie quer durch den Regenwald, d.h. bergauf, bergab, hinüber, herunter, bis wir bei einem Wasserfall ankommen. Das Mädchen ist so süß und aufmerksam und auch flink und erinnert mich so an Paula, als sie klein war. Beim spritzenden Wasserfall baden wir, und anschließend geht´s im Sauseschritt zurück.

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Vor dem Abendessen fahren Rainer und ich in die andere Richtung zum Dorf Orquedias. Dort staut sich der Flusslauf, und der Ausblick in die Natur ist wieder traumhaft. Ein Schwung Loros fliegt wohl zu ihrem Schlafplatz zurück.

Schade, dass wir nicht bleiben können. Am Abend ist’s  wieder Grillen- und Froschkonzert. Und es  gibt Glühwürmchen zu sehen. Wie entzückend. Der große Wagen steht am Himmel auf  seiner Hinterachse.

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Dienstag, 23.7.2013

Die Rückfahrt wird lang. Das wissen wir. Wir wollen bis Macas kommen – und schaffen es auch.Wir finden im Casa Blanca eine Übernachtungsmöglichkeit.

Mittwoch, 24.4.2013

Wir beschließen über Baños zurück zu fahren. Dort machen wir, weil wir es kennen, eine Badepause in den Aguas Santas. Natürlich regnet es! Aber wie! Und der Tungurahua ist wieder nicht zu sehen!

Abends  um 18.00 Uhr kommen wir gesund und glücklich wieder in unserem hiesigen Zuhause in Tumbaco an. Und das Wetter ist perfekt. Immerhin sind wir ca. 2500 km gefahren. Dankeschön.

 

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